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Zweites ESRI Sommercamp in RuandaSchüler erfassen, analysieren und präsentieren Umweltdaten
Vom 27.11.2009 bis 5.12. 2009 wurde das zweite ESRI Sommercamp in Ruanda durchgeführt. Dieses Jahr wurde die Umwelt um und im Muhazi See, ein malerisch in die Hügellandschaft Ruandas eingebettetes Gewässer, mit Hilfe von GIS-Methoden erfasst und analysiert. Das Camp wurde von ESRI Deutschland, dem GIS-Center der nationalen Universität und dem Bildungsministerium organisiert. Mit dem National Land Center (NLC) und der ruandischen Umweltbehörde waren zwei lokale GIS-Anwender und Umweltexperten involviert, die sich im Camp einerseits von den angewandten Erfassungs- und Analysemethoden, sowie vom Lernvermögen der Sekundarschüler überzeugen und andererseits den Schülern ihr Expertenwissen weitergeben konnten. Die 19 Teilnehmenden wurden in den ersten zwei Tagen spielerisch in kleinen, gut betreuten Gruppen in die Grundlagen der Positionsbestimmung mit GPS eingeführt. Darauf folgten zwei Tage intensive Feldarbeit im Untersuchungsgebiet um und auf dem Muhazi See in der Westprovinz Ruandas. Die darauffolgenden vier Tage wurden dazu genutzt, die erhobenen Daten zu bearbeiten, zu analysieren und zu visualisieren.
Die Gruppe Landnutzung beschäftigte sich mit der Aufnahme von Nutzungsarten in einem Untersuchungsgebiet vom Seeufer bis zum Rand einer 200 Meter breiten Pufferzone um den See herum. Diese Landnutzung wurde später am Rechner mit den gesetzlich vorgeschriebenen Schutzzonen der Umweltbehörde verglichen. Man kann in der momentan herrschenden Landnutzung die Implementierung der Pufferzone erkennen. So fand man beispielsweise keine Siedlungsnutzung oder Stallgehege innerhalb der Pufferzone. Gut die Hälfte der untersuchten Fläche wird ausserdem landwirtschaftlich genutzt.
Die Transektgruppe hatte ebenfalls zum Ziel, die verschiedenen Landnutzungsklassen auszumachen, sowie die Zonen gleicher Nutzung respektive die darin vorkommenden Tiere und Pflanzen zu beschreiben und zu lokalisieren. Die Gruppe lief senkrecht zum Seeufer 200 Meter lange Transekte ab und konnte ein grösseres Gebiet anschauen als die erste Gruppe. Für die Transekte wurden neun Kilometer abgelaufen und dabei die Landnutzung von 807.000 Quadratkilometer festgehalten. Die Analyse der Resultate zeigte auch hier, dass die Umweltgesetze von 2005 größtenteils implementiert sind. Eine dritte Gruppe beschäftigte sich mit dem Messen diverser Wasserparameter an vorab definierten Positionen innerhalb des Sees. Gemessen wurden pH-Wert, Temperatur, Sichtverhältnisse, Leitfähigkeit und gelöster Sauerstoff. Während der Datenanalyse wurden die gemessenen Werte in den entsprechenden Tiefen in denen sie gemessen wurden zu einer Fläche interpoliert und visualisiert mit dem Ziel, die Unterschiede der einzelnen Parameter zwischen den unterschiedlichen Tiefen auszumachen. Die vierte Gruppe befasste sich mit den Interaktionen zwischen den Menschen, die in den nahen Dörfern leben und dem See. Mit Hilfe von standardisierten Interviews wurde untersucht, wo die Dorfbewohner bevorzugt Wasser aus dem See holen, welchem Nutzen das abgeschöpfte Wasser zugeführt wird und wo das Wasser schließlich gebraucht wird. Nach dem Digitalisieren der Interviews wurden die gewonnenen Daten mit GIS Methoden analysiert und für die Präsentation aufbereitet. Es kann die Aussage getroffen werden, dass die Bewohner keinen Unterschied machen, welche Wasserstelle sie für welche Zwecke nutzen. Weiter wird jeweils die zum Haus nächste Wasserstelle angelaufen. Der Wasserverbrauch zeigt keinen räumlichen Trend, sondern ist abhängig davon, ob Vieh getränkt werden muss oder ob das Wasser nur zum Trinken oder Kochen gebraucht wird. Das Sommercamp wurde am 5.12.2009 mit einer feierlichen Schlussveranstaltung beendet. Dabei präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeiten. Anschließend an die Präsentation sprachen die Vertreter des Bildungsministeriums und anderer GIS-anwendenden Institutionen des Landes. Das Schlusswort hielt Didier Sagashya, der Vizedirektor des National Land Center. Die Zertifikate wurden von Michael Sittard, geschäftsführender Gesellschafter von ESRI Deutschland, feierlich überreicht.
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