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ESRI Sommercamp 2008 in Ruanda

Sekundarschüler von 10 GIS-Pilotschulen arbeiteten gemeinsam in einem GIS-Projekt am Stadtrand der ruandischen Hauptstadt Kigali

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Adventszeit und Sommercamp? In Ruanda passt das! Vom 29.11. bis 5.12.2008 nahmen 9 Schüler und 6 Schülerinnen von Sekundarschulen aus ganz Rwanda am ESRI Sommercamp 2008 teil. Im ärmlichen aber rasch wachsenden Vorort Kinyinya der Hauptstadt Kigali kartierten die Schüler Parzellen, Stromversorgung und Wasserverteilung. Ziel war es, einen Teil der suburbanen Infrastruktur und sozioökonomische Indikatoren zu erfassen und diese mittels Karten und Diagrammen zu visualisieren. Organisiert wurde das Sommercamp vom GIS-Center in Butare gemeinsam mit ESRI Deutschland und der Unterstützung des Bildungsministeriums von Ruanda. Die 15 Schüler und 4 betreuende Lehrer wohnten während des Sommercamps in der Technischen Sekundarschule der Hilfsorganisation SOS Kinderdorf in Kigali.

Nach einer herzlichen Eröffnung des Lagers durch den ICT-Berater des Bildungsministeriums wurden die Schüler in drei Arbeitsgruppen aufgeteilt. Die drei Betreuer von ESRI Deutschland, der TU München und dem GIS-Center der Nationalen Universität von Ruanda erarbeiteten mit den Schülern die Arbeitsziele der Woche und führten sie in die Nutzung der mobilen GIS-Software ArcPad ein.

Anschließend fuhr das Sommercampteam nach Kinyinya, wo die Spielregeln der bevorstehenden Schatzsuche erklärt wurden. Fünf Schätze galt es mit Hilfe von GPS und ArcPad zu finden. Nach der Einweisung – und glücklicherweise nachlassendem Regen – stürmten die Gruppen los, um ihren vergrabenen Schatz zu suchen. Die Schüler fanden am Zielpunkt eine Wasserflasche mit einem Zettel, auf der die Telefonnummer der Campleiterin stand. Gewinner waren diejenigen, welche die Campleiterin als erstes angerufen hatten. Dies führte zu einiger Verwirrung und Schokolade für alle, da der Mobilfunkprovider gerade zu der Zeit nicht alle Anrufe ankommen liess.

Sonntag und Montag gingen die Schüler für die Datenerhebung mit ArcPad ins Feld. Die Stadtverwaltung, das nationale Landesamt und die Belgisch-Technische Kooperation (Coopération Technique Belge) in Ruanda halfen nicht nur bei der Erarbeitung des Programms, sondern haben die Schüler während der Arbeit im Feld begleitet, Kontakte ausgetauscht und den Schülern einen Einblick in ihre Arbeit mit Karten und GIS gegeben. Das Landesamt half den Schülern bei der Definition von Kategorien für Landnutzung und instruierte sie, dass zwischen den einzelnen Parzellen auf der Karte kein Leerraum bestehen darf. Die Stadtverwaltung war an allen Gruppenarbeiten sehr interessiert und staunte ab der Schnelligkeit mit der sich die Schüler Tricks mit ArcPad aneigneten. Die Belgisch-Technische Kooperation half einer Gruppe die einzelnen Niederspannungsleitungen, welche Haushalte mit Strom versorgen, zu kartieren und unterstützte die Schüler hilfreich bei Interviews mit Anwohnern zum täglichen Energieverbrauch.

Die Wassergruppe kartierte öffentliche Trinkwasserbrunnen und fragte Wasserkonsumenten woher sie kommen, wie oft und mit welchem Transportmittel. Nach der Befragung und Lokalisierung auf einer gedruckten Satelliten-Karte, zeichneten die Schüler die Herkunft in ArcPad ein und fügten zusätzliche Informationen an. Das Radar-Satellitenbild von TerraSAR-X zeigte nach Bearbeitung und Bereitstellung von Infoterra GmbH deutlich die Geländeformen und unterschiedliche Landnutzung (Siedlung, Wald, Wiese, Wasser) zur Orientierung im Gelände.

An den darauffolgenden Tagen wurden die Daten vom mobilen Gerät auf die Computer kopiert und weiter bearbeitet. Auf dem grossen Bildschirm zeigte sich, ob die Schüler im Feld genau gezeichnet hatten oder ob zum Beispiel die Parzellen nicht genau aneinander grenzten. Die Gruppen korrigierten als erstes ihre Daten in ArcView bevor sie mit der Erstellung verschiedener Karten beginnen konnten. Jeder Schüler hatte am Schluss mindestens eine eigene Karte mit Layout, Symbolen und Beschriftung erstellt. Dank den bereits verfügbaren GIS-Kenntnissen aus dem Schulunterricht, waren die Schüler gut mit der Software und den Konzepten einer Karte vertraut, was die Arbeit im Computerraum stark erleichterte.

Der letzte Tag des ESRI Sommercamps war für die Präsentation der Resultate der Schüler geplant. Das Bildungsministerium organisierte gemeinsam mit ESRI Deutschland eine grosse Schlussveranstaltung an der Schule. Zelte wurden aufgestellt und dekoriert, Stühle herbei geschafft, Musikboxen installiert und ein Cocktail organisiert. Prof. Silas Lwakabamba, Rektor der nationalen Universität von Ruanda hiess die Gäste willkommen zur abschliessenden Veranstaltung und betonte die Bedeutung von GIS in den Schulen für die Universität und den Fortschritt des Landes. Darauf präsentierten die Schüler einen Sketch zu den Ereignissen der vergangenen Tage und erklärten ihre Arbeit an einzelnen Karten. Die Schüler durften danach die Zertifikate vom Rektor, vom Bildungsminister für Primar- und Sekundarschulen, Théoneste Mutsindashyaka, und von Michael Sittard, Geschäftsführer von ESRI Deutschland, entgegennehmen. Der Bildungsminister für Primar- und Sekundarschulen war sehr begeistert vom ESRI Sommercamp und wünschte sich in der Schlussrede die erneute Durchführung des ESRI Sommercamps in 2009 – natürlich viel größer und mit viel mehr Schülern.

Bild von rechts: Rektor der National University of Rwanda, Minister Mutsindashyaka, Teilnehmer und Teilnehmerinnen, Rektor des Kigali Institute of Education

Eine Auswahl erstellter Karten:

Veröffentlichungen:


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